Eine Trennscheibe sollte zum Werkstoff, zur geplanten Arbeit und zum konkreten Winkelschleifer passen. Produktnamen und ähnliche Maße reichen als Auswahlgrundlage nicht aus: Entscheidend sind die Angaben des Scheibenherstellers und die Freigaben in der Betriebsanleitung der Maschine.

Zuerst Werkstoff und Arbeit festlegen

Notiere, was du trennen möchtest und ob es sich zum Beispiel um Stahl, Edelstahl, Stein oder einen anderen Werkstoff handelt. Prüfe dann die Kennzeichnung und Produktbeschreibung der konkreten Scheibe: Sie müssen die geplante Anwendung und den Werkstoff abdecken. Eine Scheibe, die ein Hersteller ausdrücklich für Stahl und Edelstahl ausweist, ist damit nicht automatisch für andere Metalle oder Baustoffe freigegeben.

Unterscheide außerdem Trennen und Schleifen. Eine Trennscheibe ist zum Trennen bestimmt; seitliches Schleifen damit ist wegen Bruchgefahr nicht zulässig. Wähle für andere Arbeiten ein vom Maschinenhersteller zugelassenes Werkzeug, das ausdrücklich für diese Tätigkeit bestimmt ist.

Scheibe und Winkelschleifer abgleichen

Schlage zuerst in der Betriebsanleitung des Winkelschleifers nach, welche Werkzeugarten und Abmessungen das Gerät zulässt. Gleiche die Produktangaben der Scheibe mit den Gerätevorgaben ab, insbesondere:

  • Außendurchmesser und Bohrung beziehungsweise Aufnahmesystem,
  • Scheibenstärke und vorgesehene Arbeitsart,
  • zulässige Drehzahl oder Arbeitsgeschwindigkeit,
  • Werkstoff und Anwendung, die der Hersteller für die Scheibe nennt.

Alle Angaben müssen zur konkreten Maschine und Aufgabe passen. Ein passender Durchmesser allein reicht nicht; auch Aufnahme, zulässige Geschwindigkeit und Maschinenfreigabe zählen. Wenn Werte nicht eindeutig zusammenpassen oder sich die Freigabe nicht feststellen lässt, verwende die Scheibe nicht und frage beim Maschinen- oder Scheibenhersteller nach.

Die Produktangaben sehen je nach Modell unterschiedlich aus. Bosch führt auf einer konkreten gebundenen Scheibe für Edelstahl und Metall beispielsweise die Varianten 115 und 125 mm, eine Bohrung von 22,23 mm und eine Stärke von 0,8 mm auf. Das ist ein Beispiel für die zu vergleichenden Daten, keine allgemeine Größenempfehlung und keine Aussage über die Passung zu jedem Winkelschleifer.

Kennzeichnung lesen und sicher arbeiten

Achte auf die vollständige Kennzeichnung und darauf, dass die Scheibe für die Aufgabe lesbar ausgewiesen ist. Die FEPA-Sicherheitshinweise zu gebundenen Scheiben behandeln unter anderem die Kennzeichnung nach europäischen Sicherheitsstandards. Leite aus einem einzelnen Kürzel keine Eignung ab, wenn die zugehörige Herstellerinformation fehlt.

Verwende nur Scheiben, die der Hersteller der Maschine für Gerät und Aufgabe zulässt. Beachte die maximal zulässige Arbeitsgeschwindigkeit der Scheibe. Für die Arbeit selbst sind eine passende Schutzhaube und persönliche Schutzausrüstung erforderlich; das Werkstück muss sicher fixiert sein. Die BGHM weist zudem darauf hin, den Winkelschleifer mit beiden Händen zu führen und Trennscheiben nicht seitlich zu belasten.

Die ausführliche Prüfung vor dem Einsatz findest du im Ratgeber Winkelschleifer sicher prüfen: Scheibe, Schutzhaube und Werkstück.

Kurzcheck vor dem Kauf

  1. Werkstoff und Arbeitsart bestimmen.
  2. Auf der konkreten Scheibe nachsehen, ob der Hersteller diese Anwendung nennt.
  3. Durchmesser, Bohrung oder Aufnahme und Stärke mit der Betriebsanleitung vergleichen.
  4. Zulässige Geschwindigkeit von Scheibe und Maschine abgleichen.
  5. Bei unklarer Kennzeichnung oder fehlender Freigabe beim Hersteller nachfragen.

Quellen und Prüfstand

Stand: 07. November 2026. Maßgeblich bleiben die aktuelle Scheibenkennzeichnung und die Anleitung des konkreten Winkelschleifers.