Wenn der Bildschirmtag aus vielen langen Sitzphasen besteht
Eine gute Sitzposition hilft, aber sie ersetzt keine Unterbrechung. Wenn du mehrere Stunden am Bildschirm arbeitest, plane neben der passenden Einrichtung auch wechselnde Tätigkeiten und kurze Erholungszeiten ein. Die Einrichtung des Arbeitsplatzes und die Wahl eines Sitz-Steh-Schreibtischs beantworten andere Fragen: Hier geht es darum, wie du Bewegung und Entlastung in den Arbeitsablauf einbaust.
Bildschirmarbeit im Tagesablauf unterbrechen
Die DGUV empfiehlt, Bildschirmtätigkeiten durch andere, vom Bildschirm unabhängige Aufgaben oder regelmäßige Erholungszeiten zu unterbrechen. Welche Dauer und Lage sinnvoll ist, hängt von Tätigkeit und Arbeitsablauf ab. Die DGUV nennt keinen pauschalen Minutenplan, der für jede Person und jede Aufgabe gilt. Wenn du Aufgaben abwechseln kannst, nutze passende natürliche Übergänge – etwa einen Ausdruck holen, ein kurzes Telefonat im Stehen führen oder eine Besprechung ohne Bildschirm erledigen. Bei konzentrierter Arbeit kann ein geeigneter Übergang weniger stören als ein ständig wiederkehrender Alarm.
Sind andere Tätigkeiten nicht möglich, helfen regelmäßige kurze Erholungszeiten. Der DGUV-Leitfaden erläutert, dass mehrere kürzere Unterbrechungen günstiger sein können als wenige lange Pausen mit derselben Gesamtdauer. Pausen lassen sich nicht einfach ans Arbeitsende verschieben, um früher Feierabend zu machen. Die konkrete Planung bleibt von Tätigkeit und betrieblicher Regelung abhängig.
Bewegung einbauen, ohne ein Trainingsprogramm daraus zu machen
Nutze eine Unterbrechung, um aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen oder die Haltung zu wechseln. Wenn du abwechselnd sitzt und stehst, verändere die Position regelmäßig und richte Tisch, Bildschirm und Eingabegeräte für beide Arbeitshaltungen passend ein. Stehen ist keine Pflicht und ersetzt nicht das Gehen oder die Erholungszeit. Ein höhenverstellbarer Tisch kann den Wechsel erleichtern, muss aber zum Arbeitsplatz und zur tatsächlichen Nutzung passen.
Die BAuA nennt Haltungswechsel, Aufstehen und Gehen sowie bewegte Pausen als Möglichkeiten, einseitige Körperhaltungen bei Computerarbeit zu variieren. Daraus folgt kein bestimmtes Übungsprogramm und keine medizinische Behandlung. Bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden sollte die Ursache individuell mit einer fachkundigen Stelle geklärt werden.
Eine einfache Routine für den eigenen Arbeitstag
- Prüfe morgens, welche Bildschirmaufgaben sich mit einer bildschirmfreien Tätigkeit abwechseln lassen.
- Verknüpfe kurze Wege oder Telefonate mit natürlichen Übergängen, statt jede Unterbrechung an eine starre Uhrzeit zu binden.
- Wenn du lange ohne Wechsel arbeitest, vereinbare eine realistische Erinnerung für eine kurze Pause und passe sie an Aufgabe und Arbeitsablauf an.
- Beobachte einige Tage, ob die Unterbrechungen tatsächlich stattfinden und ob sie den Arbeitsfluss verbessern. Passe die Routine an, statt eine nicht passende Regel durchzuhalten.
Für Beschäftigte gelten im Arbeitsverhältnis die betrieblichen Vorgaben und die einschlägigen Arbeitsschutzregeln. Dieser Ratgeber ist eine praktische Orientierung für die Tagesgestaltung und ersetzt weder eine Gefährdungsbeurteilung noch eine medizinische Beratung.
Quellen und Prüfstand
- DGUV Information 215-410: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung, Abschnitt Arbeitsorganisation: Bildschirmtätigkeit unterbrechen, bildschirmunabhängige Aufgaben und Erholungszeiten; geprüft am 24.10.2026.
- BAuA: Auf die Haltung kommt es an – Hand-Arm-Belastung bei Computerarbeit: Haltungswechsel, Aufstehen, Gehen und bewegte Pausen als Beispiele zur Variation einseitiger Belastung; geprüft am 24.10.2026.
- gesund arbeiten: Büroeinrichtung: aktive Shop- und Informationseinstiegsseite im Vertical Ergonomie; kommerzielle Quelle, nicht als unabhängiger Beleg für gesundheitliche Aussagen verwendet; geprüft am 24.10.2026.
Stand: 24. Oktober 2026. Empfehlungen zur Arbeitsorganisation sind von der konkreten Tätigkeit und dem jeweiligen Arbeitsschutzkontext abhängig.