Bei einer Heizungsmodernisierung bleibt oft die alte Solarthermieanlage zurück. Kollektor und Solarflüssigkeit haben getrennte Entsorgungswege. Kläre beides vor dem Ausbau mit dem Heizungsbetrieb und der örtlichen Abfallbehörde. Solarkollektoren werden in den meisten Fällen von einem Handwerksbetrieb demontiert.
Erst den Kollektortyp bestimmen
Ein Solarthermie-Kollektor nimmt Sonnenwärme auf und gibt sie an einen Flüssigkeitskreislauf ab. Er erzeugt keinen Strom. Reine Solarthermie-Kollektoren ohne elektrische Funktionen können laut Umweltbundesamt zum Beispiel bei kommunalen Wertstoffhöfen abgegeben werden. Eine allgemeine Rücknahmepflicht für diese Kollektoren besteht demnach nicht; einzelne Wertstoffhöfe können Gebühren verlangen. Manche Hersteller und Installationsbetriebe nehmen Kollektoren freiwillig zurück.
Prüfe Typenschild und Anlagenunterlagen, bevor du eine Annahmestelle suchst. Ein Photovoltaikmodul erzeugt Strom und fällt unter andere Entsorgungsregeln. Auch Hybrid- oder PVT-Module, die Strom und Wärme erzeugen, sind anders einzuordnen. Für reine PV-Module erklärt der Ratgeber zur Rückgabe und zum Recycling von PV-Modulen den kommunalen Weg.
Solarflüssigkeit nicht in Abfluss oder Boden geben
Im Kollektor oder Solarkreis kann noch Solarflüssigkeit sein. Das Umweltbundesamt beschreibt sie häufig als Wasser-Glykol-Gemisch mit möglichen weiteren Inhaltsstoffen. Alte Solarflüssigkeit darf nicht über Abwasser, Kanalisation oder in die Umwelt entsorgt werden. Sie soll vor der Kollektorentsorgung entfernt und zum Beispiel bei einer Schadstoffsammelstelle oder einem kommunalen Wertstoffhof abgegeben werden.
Lass die Flüssigkeit nicht selbst ab, wenn du Zusammensetzung und sichere Vorgehensweise nicht kennst. Teile dem Installationsbetrieb mit, dass die Anlage außer Betrieb genommen werden soll, und frage, wer den Solarkreis entleert und wie die Flüssigkeit übergeben wird. Die konkrete Annahme klärst du mit der örtlichen Sammelstelle. Halte, soweit vorhanden, Produktname, Sicherheitsdatenblatt oder Anlagenunterlagen bereit.
Annahme vor dem Ausbau klären
Die Regeln für Abfälle unterscheiden sich nach Bundesland und Kommune. Frage deshalb vor der Demontage bei der örtlichen Abfallbehörde oder dem Wertstoffhof nach:
- ob die Stelle den konkreten Kollektortyp annimmt,
- ob eine Gebühr anfällt und ob eine Abholung möglich ist,
- wie die Solarflüssigkeit getrennt angenommen wird,
- ob der Installationsbetrieb die Entsorgung übernehmen kann.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, auch bei der Entsorgungsfrage den Handwerksbetrieb einzubeziehen. So lässt sich vorab klären, ob Kollektor und Flüssigkeit getrennt abgegeben werden müssen und welcher Betrieb oder Sammelplatz für beides zuständig ist.
Quellen und Prüfstand
- Umweltbundesamt: Sonnenkollektoren – Entsorgung von Solarthermiemodulen und Solarkollektoren – Unterscheidung reiner Solarthermie-Kollektoren von PV- und Hybridmodulen, mögliche kommunale Annahme, fehlende allgemeine Rücknahmepflicht und Hinweise zur Solarflüssigkeit. Zuletzt aktualisiert am 8. Mai 2025; direkt geprüft am 1. November 2026.
- Verbraucherzentrale: Solarthermie – Solarenergie für Heizung und Warmwasser nutzen – Funktion des Kollektors und Solarkreises; Stand 30. September 2026, direkt geprüft am 1. November 2026.
Stand: 1. November 2026. Annahme, Gebühren und Übergabehinweise sind örtlich zu klären. Dieser Ratgeber ist keine Anleitung zur Demontage oder zum Ablassen der Solarflüssigkeit.