Der erste Schritt: Wofür brauchen Sie Wasser?

Bevor Sie Technik auswählen, überlegen Sie, wie und wie oft Sie Wasser nutzen möchten. Für gelegentliches Gießen auf Balkon oder im kleinen Garten genügt häufig eine Regentonne. Wenn Sie mehr Wasser speichern oder mehrere Entnahmestellen versorgen möchten, kann eine Zisterne mit Pumpe infrage kommen. Regenwasser im Haus zu nutzen oder einen Brunnen anzulegen, erfordert zusätzliche Planung und die Prüfung örtlicher Vorgaben.

Regentonne oder Zisterne: Was passt zu Ihrem Bedarf?

Eine Regentonne sammelt Wasser, das vom Dach über Dachrinne und Fallrohr in den Behälter geleitet wird. Sie ist ein einfacher Einstieg für die Gartenbewässerung. Achten Sie auf einen passenden Anschluss und einen Deckel, der den Behälter vor Schmutz schützt.

Eine Zisterne bietet mehr Speicherraum. Je nach Anlage kann das gespeicherte Wasser für den Garten oder für bestimmte Anwendungen im Haus genutzt werden. Eine Pumpe fördert es bei Bedarf zu einer Entnahmestelle. Ob ein größerer Speicher sinnvoll ist, hängt unter anderem von Dachfläche und -material, Niederschlag, verfügbarem Platz und Ihrem Wasserverbrauch ab. Das Umweltbundesamt gibt Hinweise zur Regenwassernutzung und zur Versickerung vor Ort, sofern die Bedingungen dafür geeignet sind: https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung.

Auch das Dachmaterial sollten Sie berücksichtigen: Von bestimmten Materialien, etwa Kupfer oder Zink, können unerwünschte Stoffe ins Regenwasser gelangen. Wenn Sie unsicher sind, ob das gesammelte Wasser für Ihre geplante Nutzung geeignet ist, lassen Sie sich fachkundig beraten.

Kann Regenwasser im Haus genutzt werden?

Regenwasser ist kein Trinkwasser und sollte nicht zum Trinken oder Kochen verwendet werden. Für bestimmte Anwendungen im Gebäude kann eine fachgerecht geplante Anlage geeignet sein. Wichtig ist dabei, dass Regenwasser- und Trinkwasserleitungen sicher getrennt und Nichttrinkwasserleitungen eindeutig gekennzeichnet sind. So lässt sich das Risiko einer Verwechslung oder einer unzulässigen Verbindung verringern.

Für bestimmte gebäudeinterne Anlagen zur Nutzung von Wasser, das keine Trinkwasserqualität hat, sieht § 12 der Trinkwasserverordnung eine Anzeige beim Gesundheitsamt spätestens vier Wochen vor der Errichtung vor. Auch bei einer Stilllegung können Meldepflichten gelten. Welche Anforderungen in Ihrem konkreten Fall greifen, sollten Sie vorab mit dem örtlichen Gesundheitsamt klären: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/__12.html. Stimmen Sie Planung, Installation und Wartung außerdem mit einer fachkundigen Stelle ab.

Welche Pumpe ist geeignet?

Eine Pumpe kann Wasser aus einer Regentonne oder Zisterne zu einer Entnahmestelle fördern. Welche Ausführung passt, hängt davon ab, wo das Wasser gespeichert wird und wie Sie es nutzen möchten. Klären Sie die technischen Anforderungen daher vor dem Kauf mit einer fachkundigen Person oder einem Fachbetrieb.

Wenn ein Hauswasserwerk bei geschlossenen Zapfstellen wiederholt startet oder während der Nutzung sehr häufig schaltet, hilft der Ratgeber zu häufig taktenden Hauswasserwerken bei der sicheren ersten Einordnung. Die modellabhängigen Einstell- und Reparaturarbeiten gehören in fachkundige Hände.

Was muss ich bei einem Brunnen beachten?

Ein Brunnen ist nicht einfach eine weitere Variante der Regenwasserspeicherung. Bevor Sie bohren oder Wasser entnehmen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder der zuständigen Wasserbehörde. Anzeige- und Genehmigungspflichten sowie weitere Vorgaben können je nach Ort und Vorhaben unterschiedlich sein.

So planen Sie Schritt für Schritt

  1. Nutzung festlegen: Möchten Sie Beete gießen, einen größeren Garten versorgen oder Wasser im Gebäude nutzen?
  2. Voraussetzungen prüfen: Berücksichtigen Sie Dachfläche und Dachmaterial, den Platz für Behälter und Leitungen sowie den Zugang für Wartung.
  3. Speicher und Technik abwägen: Eine Regentonne ist meist die überschaubare Lösung für einen kleineren Bedarf. Bei mehr Speicherbedarf können Zisterne und Pumpe infrage kommen.
  4. Aufwand mitbedenken: Neben Anschaffung und Installation können Wartung, Strom für eine Pumpe sowie örtliche Wasser- oder Abwassergebühren eine Rolle spielen. Ob sich eine Anlage finanziell rechnet, lässt sich ohne Angaben zu Grundstück und Nutzung nicht pauschal beurteilen.
  5. Vorgaben vorab klären: Wenden Sie sich je nach Vorhaben an Ihre Kommune, den Wasser- und Abwasserbetrieb, die Wasserbehörde oder – bei einer Anlage im Gebäude – das Gesundheitsamt.

Kurz zusammengefasst

Für gelegentliches Gießen reicht häufig eine Regentonne. Bei höherem Bedarf können Zisterne und Pumpe sinnvoll sein. Regenwasser im Haus zu nutzen oder einen Brunnen anzulegen, verlangt mehr Planung und eine Prüfung der örtlichen Regeln. Wenn Sie zuerst den Verwendungszweck und die vorhandenen Voraussetzungen klären, lässt sich die passende Lösung gezielter auswählen.

Passende nächste Schritte

Wenn Sie Regenwasser im Garten nutzen möchten, planen Sie Bewässerungszonen und den verfügbaren Druck passend zu den Beeten und Entnahmestellen. Der Ratgeber zur Gartenbewässerung hilft bei dieser Auslegung. Vor längerer Abwesenheit zeigt der Urlaubs-Check für die Gartenbewässerung, wie Sie die Anlage vor der Reise testen und Pflanzen priorisieren. Vor Frost finden Sie im Ratgeber zum Winterfestmachen einer Bewässerungsanlage Hinweise zum Entleeren und Schutz der Komponenten.

Quellen und Prüfstand

Stand: 22. Oktober 2026. Bei Anlagen im Gebäude, Brunnen oder Versickerung sind die örtlichen Vorgaben vor Planung und Bau mit den zuständigen Stellen zu klären.