# gbnow – Radon in Wohnräumen messen und Werte einordnen > Radon ist unsichtbar und lässt sich nicht aus einer Karte für ein einzelnes Gebäude ableiten. So planst du eine aussagekräftige Langzeitmessung und ordnest den Jahreswert ein. ## Ratgeber - [Radon in Wohnräumen messen und Werte einordnen](https://www.gbnow.de/ratgeber/radon-in-wohnraeumen-messen): ## Radon lässt sich nicht riechen Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas. Es ist farb- und geruchlos und kann aus dem Erdreich in Gebäude eindringen. In Wohnräumen hängt die Konzentration auch von Bauweise, Undichtigkeiten und Lüftung ab. Eine regionale Radonkarte gibt eine Orientierung für die Gegend, sagt aber nicht zuverlässig voraus, welchen Wert ein einzelnes Haus oder eine einzelne Wohnung hat. Das Bundesumweltministerium empfiehlt deshalb, Radon im Gebäude zu messen. Für Aufenthaltsräume gilt in Deutschland ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³), bezogen auf den Jahresmittelwert. Dieser Wert ist ein gesetzlicher Referenzwert, keine scharfe Grenze zwischen „ungefährlich“ und „gefährlich“: Ein sicherer Schwellenwert, unterhalb dessen kein erhöhtes Lungenkrebsrisiko besteht, ist laut Ministerium nicht bekannt. Wird der Referenzwert überschritten, sollten Möglichkeiten zur Senkung geprüft werden. ## Eine aussagekräftige Messung planen Radon schwankt im Tages- und Jahresverlauf. Eine kurze Momentaufnahme kann den Jahresmittelwert daher nicht verlässlich abbilden. Für Wohnräume beschreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt folgende praktische Vorgehensweise: - Nutze Exposimeter einer anerkannten Messstelle und beachte deren Anleitung. - Miss in mindestens zwei häufig genutzten Räumen, möglichst im untersten Wohngeschoss. Wird ein Kellerraum regelmäßig als Büro oder Hobbyraum genutzt, sollte er zusätzlich betrachtet werden. - Lege die Messgeräte frei von Zugluft und direkter Sonne aus, nicht unmittelbar an Fenster, Türen, Wand oder Heizung und ungefähr auf Atemhöhe. Das LfU nennt mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Wand. - Notiere Beginn und Ende der Messung sorgfältig. Zwölf Monate sind ideal; als Mindestdauer nennt das LfU sechs Monate, davon sollte mindestens die Hälfte im Winterhalbjahr (etwa 15. Oktober bis 15. April) liegen. - Lass die Exposimeter nach Ablauf bei der Messstelle auswerten und vergleiche das Ergebnis mit dem Jahresreferenzwert. Während der Messung kann die Wohnung nach den üblichen Gewohnheiten genutzt und gelüftet werden. Diese konkreten Angaben stammen aus der Anleitung des LfU Bayern für Wohnraummessungen. Kläre bei einer Messstelle in deinem Bundesland, welche Exposimeter und Auswertungsverfahren sie anerkennt und ob dort ergänzende Vorgaben gelten. ## Was tun, wenn der Messwert erhöht ist? Liegt ein Messwert über 300 Bq/m³, lass dich zu passenden Schritten beraten, bevor du bauliche Arbeiten planst. Regelmäßiges kräftiges Stoßlüften kann die Konzentration in der Raumluft senken. Je nach Gebäude können außerdem Eintrittsstellen wie undichte Fugen oder Leitungsdurchführungen abgedichtet oder Radon mit einer geeigneten Lüftungsanlage abgesaugt werden. Welche Maßnahme wirkt, hängt von der Ursache und dem Gebäude ab; Lüften ersetzt bei anhaltend erhöhten Werten keine Ursachenprüfung. Nach einer baulichen Änderung oder einer Maßnahme sollte erneut gemessen werden, um die Wirkung zu prüfen. Bei Sanierungen, besonders wenn sie den Luftaustausch verringern, nennt das Bundesumweltministerium Radonschutz als wichtigen Prüfpunkt. Für die Planung von Abdichtung oder Absaugung sind Radon-Fachleute, Bauingenieur:innen oder qualifizierte Sachverständige geeignete Anlaufstellen. ## Quellen und Prüfstand - [Bundesumweltministerium: Radon](https://www.bundesumweltministerium.de/themen/strahlenschutz/ionisierende-strahlung/radon), Eigenschaften, Referenzwert, Messbedarf, Grenzen von Prognosekarten und mögliche Maßnahmen; Seite Stand 19. September 2025, geprüft am 24. Oktober 2026. - [Bayerisches Landesamt für Umwelt: Radon messen in Wohnräumen](https://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_in_gebaeuden/messung/wohnraum/index.htm), Exposimeter, Messorte, Platzierung und empfohlene Messdauer; geprüft am 24. Oktober 2026. Die konkreten Ablaufempfehlungen sind die des LfU Bayern. Stand: 24. Oktober 2026. Eine Radonmessung ersetzt keine fachliche Beurteilung eines erhöhten Befunds oder eine gebäudespezifische Sanierungsplanung. ## Themenbereich - [Raumklima & Lüftung](https://www.gbnow.de/vertical/raumklima): Vergleich von Lüftungskomponenten, Luftentfeuchtern und Sensorik.