Neue Fische sollen in den Gartenteich einziehen, oder Koi zeigen plötzlich veränderte Kiemen, Haut oder Schwimmverhalten? Beim Koi-Herpesvirus (KHV) helfen Herkunftsnachweise und sorgfältige Beobachtung. Sichtbare Zeichen allein erlauben aber keine Diagnose: Auch andere Erkrankungen können ähnlich aussehen.

Was KHV betrifft

KHV betrifft Karpfen (Cyprinus carpio) einschließlich Koi. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit können Infektionen auch ohne erkennbare Symptome verlaufen; äußerlich gesunde Fische können das Virus dennoch tragen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) koordiniert in Deutschland die standardisierte KHV-Diagnostik. Ein Nachweis erfordert eine Laboruntersuchung, zum Beispiel mittels PCR.

KHV ist für Menschen ungefährlich. Der Ratgeber beschreibt Vorsorge und nächste Schritte, ersetzt jedoch weder eine Untersuchung noch die Auskunft des zuständigen Veterinäramts.

Vor dem Fischkauf Herkunft und Gesundheitsstatus prüfen

  • Frage den Händler nach nachvollziehbarer Herkunft und aktuellen Untersuchungsergebnissen des Bestands. Ein gesundes Aussehen allein schließt eine unbemerkte Infektion nicht aus.
  • Plane für Neuzugänge eine getrennte Quarantäne mit eigenem Wasser und eigenen Geräten. Dauer und Bedingungen sollten mit einer fischkundigen Tierärztin oder dem Fischgesundheitsdienst abgestimmt werden; die passende Temperatur und Untersuchung hängen vom konkreten Bestand und Testverfahren ab.
  • Vermeide das Vermischen von Wasser, Netzen, Transportbehältern und anderem Zubehör zwischen Quarantäne und vorhandenem Teich. Reinigung und Desinfektion müssen für das verwendete Material und Mittel geeignet sein.
  • Setze Koi oder andere Teichfische nicht in natürliche Gewässer aus.

Der Fischgesundheitsdienst Baden-Württemberg empfiehlt den Zukauf aus untersuchten Beständen und eine fachlich begleitete Quarantäne. Solche Hinweise sind Vorsorgemaßnahmen, keine Garantie, dass eine Infektion ausgeschlossen ist.

Warnzeichen ernst nehmen, aber nicht selbst diagnostizieren

Mögliche Auffälligkeiten sind Apathie oder ungewöhnliche Unruhe, Futterverweigerung, Aufenthalt am Zulauf oder an der Oberfläche, Hautveränderungen, auffällige Schleimbildung, Atemnot und geschädigte Kiemen. Sie sind nicht spezifisch für KHV. LAVES nennt auch eine Infektion mit dem Carp-Edema-Virus (CEV) als wichtige mögliche Ursache bei Kiemenschäden.

Bei mehreren erkrankten Fischen, auffälligen Kiemen, erhöhter Sterblichkeit oder rascher Verschlechterung:

  1. Kontaktiere zeitnah eine fischkundige Tierärztin oder den Fischgesundheitsdienst und das örtlich zuständige Veterinäramt. KHV ist in Deutschland eine meldepflichtige Tierseuche; die aktuelle Tierseuchenmeldeverordnung führt die Koi-Herpesvirus-Infektion in Anlage 2 auf.
  2. Verbringe keine Fische aus dem Bestand in andere Teiche und teile bis zur fachlichen Klärung weder Wasser noch Geräte mit anderen Haltungen.
  3. Befolge Hinweise zu Proben, verendeten Tieren, Wasserbewegung und Desinfektion. Schicke keine Fische oder Proben ohne vorherige Rücksprache ein.
  4. Notiere Zeitpunkt, Wasserwerte, Veränderungen, Zukäufe und Verluste. Diese Angaben helfen bei der fachlichen Abklärung.

Kiemen- und Hautveränderungen reichen nicht, um KHV festzustellen. Das FLI weist auf ähnliche Symptome bei CEV und bakteriellen Erkrankungen hin. Medikamente oder Temperaturbehandlungen sollten daher nicht auf Verdacht eingesetzt werden.

Quellen und Prüfstand

Weiterführend: Gartenteich im Herbst vorbereiten und Sauerstoffmangel im Gartenteich erkennen. Stand: 22. Oktober 2026.